Pubertät

In der Pubertät entwickelt sich bei Jungen wie Mädchen gleichermaßen die Geschlechtsreife mit der Fähigkeit zur Fortpflanzung. Dieser sich über Jahre erstreckende Entwicklungsprozess, der auch mit einem ausgewachsenen Körper einhergeht wird hormonell gesteuert. Bei Mädchen ist vor allem das Hormon Östrogen bedeutsam, das verstärkt produziert und ausgeschüttet wird, bei Jungen hingegen das Hormon Testosteron.

Mädchen durchlaufen die Pubertät in der Regel zwischen dem elften und 18. Lebensjahr, Jungen im Zeitraum zwischen dem 12. und 20. Lebensjahr. In diesem Zeitraum bilden sich, hormonell bedingt, die sekundären Geschlechtsmerkmale aus und die primären entwickeln sich weiter.

 

Neben den sich langsam entwickelnden und weitreichenden körperlichen Veränderungen entwickeln sich auch die Persönlichkeit, die Emotionalität und das Sozialverhalten der Jugendlichen. Häufig werden pubertierenden Jugendlichen Stimmungsschwankungen und Launenhaftigkeit nachgesagt, die als Folge der erhöhten Hormonproduktion gesehen wird.

Es gilt eine Reihe von Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, die Energie kosten und zu einer verständlich verringerten Belastbarkeit in anderen Konfliktbereichen führen können. Eine weitere Theorie für die zunehmenden innerfamiliären Probleme kann die entwickelte Urteilsfähigkeit des Jugendlichen sein, welches die Einstellung und das Verhalten eher hinterfragt und auch kritisiert. Hierdurch kann sich die Beziehung von Eltern und Jugendlichen distanzieren und ein Gefühl von Unverständnis wird auf beiden Seiten ausgelöst.

 

Auf der anderen Seite wachsen Jugendliche sukzessive aus der Kinderrolle heraus und möchten autonome Entscheidungen treffen und eigene Erfahrungen sammeln. Für Eltern ist es nicht immer leicht, diese Entwicklung ihrer Kinder zu fördern und zu unterstützen, da sie sie vor Schaden bewahren möchten. Gerade Müttern fällt dies häufig viel schwerer als das bei Vätern der Fall ist. Insofern stellt die Pubertät nicht nur für die Jugendlichen einen Lernprozess im Sinne der Autonomiegewinnung, Rollenverschiebung und Verantwortungsübernahme dar, sondern auch für Eltern ist es in dieser Zeit erforderlich ihre Kinder schrittweise in ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben zu entlassen.

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